ÜBERSICHT AUSGEWÄHLTER INDIKATOREN ZU "MEHR ALS BIP"
Diese Seite zeigt nur einige wenige der Ansätze und Indikatoren die im Rahmen der Mehr als BIP-Konferenz besprochen wurden.
Die Konferenz hat ebenfalls Phasen im Entscheidungsfindungsprozess identifiziert in denen diese Messgrössen angewandt werden können und wo regelmäßigere Berichterstattung das öffentliche Bewusstsein für Fortschritt, Wohlstand und Wohlbefinden stärken könnte.
Grundsätzliche Ansätze
Erweitertes BIP
Die Umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR)
Messungen der Lebensqualität
Einzelne Indikatoren
Der Human Development Index
Der "Ökologische Fußabdruck"
"wirkliche Sparquote" / Genuine Savings
● ● ● Grundsätzliche Ansätze
Erweitertes BIP
Bemühungen ein erweitertes BIP zu produzieren, stellen die ehrgeizigsten Bemühungen dar, einen BIP-ähnliche Berechnungsmethode anzubieten die sowohl Umwelt- als auch soziale Aspekte miteinbezieht. Beachtenswerte Ansätze sind der Index of Sustainable Economic Welfare (ISEW) und der Genuine Progress Indicator. Der ISEW wird berechnet indem von der konventionellen Einkommensberechnung der Volkswirtschaft (dem BIP) soziale und umweltbezogene Kosten abgezogen werden und der Wert von Produktionsfähigkeiten, die nicht über den Markt organisiert werden , wie ehrenamtliche Arbeit und das Aufziehen von Kindern addiert wird. Eine Reihe von ähnlichen Messgrössen sind von Nichtregierungsorganisationen und Expertengruppen berechnet worden und diese Indizes sind für eine Reihe von Ländern berechnet worden. Der ISEW ist ursprünglich im Jahre 1989 von Herman Daly und John Cobb entwickelt worden. Der Genuine Progress Indicator, das durch die Nichtregierungsorganisation Redefining Progress entwickelt worden ist, nimmt ebenfalls das BIP als Basis und addiert produktive Aktivitäten die nicht durch den Markt abgeschlossen werden (z.B. Arbeit im Haushalt) und zieht andere Faktoren (z.B. Umweltverschmutzung und Kriminalität) ab.
Nützliche Links:
Friends of the Earth, “Measuring progress: international examples”
Genuine Progress Indicator (GPI)
Die Umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR)
- UN, OECD, Eurostat und nationale RegierungenDie Arbeit des Wirtschaftwissenschaftlers Robert Repetto und des World Resources Institute in den 1980ern hat eine zentrale Rolle gespielt um die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit der Umweltgesamtrechnung zu ziehen. Das SEEA 1993 (System of Economic-Environmental Accounting) stellte das erste internationale Handbuch für die UGR dar. Das im Jahre 2003 neu überarbeitete SEEA enthält drei Kategorien von Konten:
- physische und hybride Flusskonten;
- umweltschutz- und management Flusskonten; und
- Kapitalkonten in physischen und monetären Grössen.
Die derzeitig angewandte Methode für UGR ist weniger ehrgeizig. Umweltgesamtrechnungen werden hauptsächlich als Satelliten-konten, die die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) begleiten, geführt. Diese verfolgen die Beziehung zwischen der Umwelt und der Wirtschaft im Detail, zeigen aber nur in einzelnen Fällen Ergebnisse in monetärer Form. Die Verfügbarkeit von Daten nimmt langsam zu und obwohl die Umweltgesamtrechnung detaillierte Statistiken für analytische Zwecke bieten (und andere Indikatoren-konzepte) ist die Datenverfügbarkeit noch nicht ausreichend um ein umfassenden Hauptindikator zu berechnen.
Nützliche Links:
Eurostats Umweltgesamtrechnung (UGR) – Satellitensysteme der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
The London Group (Umweltökonomische Gesamtrechnung)
UN Committee of Experts on Environmental-Economic Accounting
Messungen der Lebensqualität
- Eurofound und diverse ForscherteamsForschung zum Thema 'Lebensqualität' geht über wirtschaftliche und umweltbezogene Statistiken hinaus und beinhaltet auch Umfragen zu Informationen direkt von Individuen zu sammeln. Unterschiedliche Forschergruppen haben eine Reihe von Lebensqualität-Indizes entworfen. Das Ziel ist die Bestandaufnahme und das Verfolgen der Entwicklung der Lebensqualität in unterschiedlichen Ländern und von verschiedenen sozialen Gruppen. Zusätzlich dienen diese Studien auch dem Aufdecken von Korrelationen zwischen verschiedenen sozioökonomischen Daten und den Faktoren, die Wohlbefinden und Zufriedenheit beeinflussen.
Nützliche Links:
Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
Calvert-Henderson Quality of Life Indicators
Canadian Index of Wellbeing
The Happy Planet Index
World Database of Happiness
● ● ● Featured indicators
Der Index der menschlichen Entwicklung - Human Development Index (HDI)
- UN-Entwicklungsprogramm (UNDP)Der Human Development Index (HDI) ist entwickelt worden um in Entwicklungsländern Fortschritt über rein monetäre Zahlen wie BIP hinaus zu messen. Seit 1993 ist der HDI benutzt worden um in den Human Development Reports die Entwicklung von Ländern weltweit zu vergleichen. Drei Hauptkomponenten für Entwicklung sind ein langes und gesundes Leben, Wissen und ein dezenten Lebensstandard. Deshalb werden Daten zur Lebenserwartung, Alphabetisierung, zum Schulbesuchsanteil und zum BIP kombiniert um den Index zu berechnen. Im Jahre 2006 hat Norwegen das höchste Ergebnis erzielt (0,965). Am anderen Ende der Skala finden sich einige Entwicklungsländer mit einem HDI um 0.3. Die Human Development Reports benutzen auch das geschlechtbezogenen Entwicklungsindex (GDI) und das Gender Empowerment Measure (GEM) um über das Thema Gleichberechtigung zu berichten.
Nützlicher Link:
Human Development Index, Gender Related Development Index, and Gender Empowerment Measure
Der "Ökologische Fußabdruck" (ÖF)
- WWF und das Global Footprint NetworkDer ökologische Fußabdruck misst einen äußerst wichtigen Aspekt der umweltbezogenen Nachhaltigkeit: die Nutzung und den möglichen Raubbau an biologischen Ressourcen wie Wälder und Fischereien, Weide-, und Anbauflächen. Er schätzt die "Tragfähigkeit" des Planeten und vergleicht diese mit dem Verbrauch der Menschheit. Die Daten zeigen dass der ökologische Fußabdruck der Menschheit seit Mitte der 1980er größer ist als de Tragfähigkeit des Planeten. Die Messeinheit ist der "globale Hektar". Während pro Mensch weltweit 1,8 globale Hektar zur Verfügung stehen, benutzten Europäer pro Kopf 4,9 globale Hektar und Nordamerikaner nochmal doppelt so viel. Die Methodologie des Ökologischen Fußabdrucks wird hauptsächlich von grünen NROs und Kommunen benutzt. Eine internationale Kampagne seitens der Global Footprint Network verfolgt das Ziel nationale Regierungen dazu zu bringen diese Messzahl als offiziellen Indikator anzuerkennen.
Nützliche Links:
Der ökologischer Fußabdruck
Das Living Planet Index
Die "wirkliche Sparquote" (bzw. Die erweiterte Nettosparquote)
- WeltbankDer Grundgedanke hinter der "wirkliche Sparquote" ist das nur Nettoersparnisse den Reichtum vermehren. Während das System volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen nur Veränderungen des physischen Kapitals zeigen (z.B. durch Menschen hergestellte Kapitalgüter wie Maschinen und Infrastruktur), strebt die "wirkliche Sparquote" danach natürliches, umweltbezogenes und Humankapital als eine Quelle des Reichtums miteinzubeziehen. Bislang konnten nur einige wenige Variablen in die Berechnungen einbezogen werden: Ausgaben für Bildung werden hinzugerechnet während Abbau von Bodenschätzen und Abholzung von Wäldern sowie Schäden durch CO²-Emissionen und Feinstaub abgezogen werden. Die Weltbank berechnet diese Zahlen für die meisten Länder, die dann als Prozentsatz des BIP (Bruttoinlandsprodukt) angegeben werden. Die Haupterkenntnis ist dass einige Länder de facto ärmer geworden sind während ihr BIP angestiegen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es den Ländern nicht gelungen ist die Ausbeutung ihres natürlichen Reichtums entweder durch das Wiederherstellen des natürlichen Kapitals oder durch investieren in menschliches Kapital zu kompensieren.
Nützlicher Link:
Genuine Savings




